Ein älterer Herr. Zwei kaputte Hüften. Und eine VR-Brille auf dem Kopf.
Als seine Tochter bei uns ihren Geburtstag feiern wollte, war klar: Papa kommt mit. Was nicht so klar war – ob das wirklich eine gute Idee ist. René ist 83 Jahre alt, kann nicht weit laufen, und Virtual Reality ist nicht gerade bekannt als Sport für die Hüfte.
Wir haben es trotzdem gemacht.
Tikal bei Nacht – mit Barhocker
Das Spiel: Tikal und die Nacht des Blutmondes. Ein gewaltfreies Abenteuerspiel. Atmosphäre, Rätsel, Zusammenspiel. Keine Waffen, kein Stress – genau richtig.
Als Lösung haben wir einen Barhocker ins Spiel mitgenommen. René konnte ein paar Meter laufen, sich hinsetzen, ausruhen – und trotzdem mitten drin sein. Wir haben ihn an der Hand genommen. Kein Risiko des Umfallens. Kein Ausschluss. Einfach dabei.
Das Ergebnis: Er hat die Brille aufgesetzt und nach wenigen Sekunden gesagt – «Oh wow, ich bin nicht mehr hier.»
Mehr muss man eigentlich nicht sagen.
Die ganze Familie dabei
Was mich beeindruckt hat: Die Tochter strahlte. Ihr Vater durfte das noch erleben – das war ihr anzusehen.
VR wird oft als Technologie für die Jungen verkauft. Aber wer sagt das? An diesem Abend waren die Teilnehmenden um die 60 – und hätten locker als «jung» durchgehen können, gemessen am Engagement und der Freude.

Es geht nicht ums Alter
Wir machen regelmässig VR-Erlebnisse mit Menschen im Rollstuhl. Das ist für uns kein Thema mehr. Der Barhocker und das Händchenhalten war neu – und es hat hervorragend funktioniert.
Das Fazit ist einfach: Es geht nicht darum, wie alt jemand ist. Es geht darum, ob man bereit ist, sich auf etwas Neues einzulassen. Mit der richtigen Vorbereitung und guter Betreuung ist VR für fast jeden möglich.
Am Ende des Abends wollte René ein Foto mit mir. Das hat mich mehr gefreut als jedes gute Google-Review.
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